Das Slaminar

Poetry Slam – das literarische Wettbewerbsformat – als Lehrstoff am Fachbereich Design? Wir finden, das ist eine richtig gute Idee. Mit Worten und Gedanken spielen, Ideen formulieren, Geschichten erzählen, überzeugen, authentisch bleiben und Positionen vertreten und nicht zuletzt vor Publikum präsentieren – all das sind Fähigkeiten, die jeder kreativ arbeitende Mensch gut gebrauchen kann.

Was wir über Poetry Slam gelernt haben:

Beim Poetry Slam werden selbstgeschrieben Texte in einem Zeitlimit von 5 bis 7 Minuten und ohne Zuhilfenahme von Requisiten vorgetragen. Das Publikum ist die Jury. Den Fakt, dass Kunst eigentlich nicht objektiv bewertet werden kann, führt das Format Poetry Slam augenzwinkernd ad absurdum, denn der Deal ist ein anderer. Die 5 Minuten auf der Bühne gehören uns, die Bewertung gehört dem Publikum. Jeder darf sich zumuten und wird respektvoll behandelt. Man hört sich zu, hält sich aus und trifft am Ende trotzdem eine basisdemokratische Entscheidung, die alle aktzeptieren müssen. Dass Wissen darum, dass oft der Zufall entscheidet, wie ein Abend ausgeht, nimmt dem Ganzen die Schwere. Selten hat es ein Kunstformat geschafft, auch fernab der Kunst selbst so viele lehrreiche Qualitäten zu vereinen.

Im Poetry Slam Seminar der FH Dortmund lehrt Slam Poet, Moderator und Veranstalter Marian Heuser, wie man an seinen ersten Text herangeht, woher die Ideen kommen und was es heißt, auf der Bühne zu stehen. Was dabei herausgekommen ist, könnt ihr hier bestaunen.